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Comersee,Luganer See ,Seen der Brianza & L. di Varese

Ein Meer von Sonne auf den Berghängen

Als die Touristen des 19.Jahrhunderts zu Beginn ihrer Italienreise die Alpen überquerten, öffnete sich vor ihren Augen ein einziges Meer an Sonne, Licht, Farben und mediterraner Atmosphäre. Dem Lario (Comer See) und Ceresio (Luganer See) schließen sich etwas weiter westlich der Lago di Varese und südlich die kleinen Seen der Brianza an. Ein Gebiet zwischen der dunstigen Po-Ebene und den Gipfeln der Alpen, das ein romantisches Paradies darstellt. Noch heute besitzen diese Orte eine unvergleichliche Faszination.

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Comer See


In dem kulturellen Gedächtnis der europäischen Völker gibt es einen Bereich, in dem der Comer See Platz gefunden hat. Ein Attribut, dass der Lario (so der andere Name des Sees) der Feder von Alessandro Manzoni und seinem Roman Die Verlobten zu verdanken hat, in dem die schwierige Liebe zwischen Renzo und Lucia untrennbar mit den Ortschaften an diesem lombardischen See verbunden ist und so der Wasser- und Berglandschaft zu Unsterblichkeit verholfen hat. Natürlich verdankt der Comer See seine weltweite Beliebtheit vor allem den Erzählungen Reisender aus dem 19. Jahrhundert, die sprichwörtlich von der außergewöhnlichen mediterranen Atmosphäre in den Bann gezogen wurden. Auf dieser Basis hatte sich ein zweifellos elitärer moderner Fremdenverkehr aufgebaut, der durch vergilbte alte Fotografien mit Dampfschiffen, Pferdebahnen, Seilbahnen und ersten Luxushotels bis heute ein gewisses Image am Leben erhalten hat. Das Besondere dieser Orte ist bereits auf einer einfachen Landkarte der Lombardei zu erkennen, in der sofort das umgekehrte Y auffällt, das praktisch drei verschiedene Seen in einem Gewässer vereint:

Lago di Colico im Norden, Lago di Lecco im Südosten und Lago di Como im Südwesten. Dies ist der Lario, der wie die anderen italienischen Voralpenseen in einem riesigen bis zur Brianza reichenden Gletscher seinen Ursprung findet. Der See hat sich aus dem durch das Eis geformten Terrain gebildet und die langsame Entwicklung zeigt sich heute noch in der Erosion der Felsen und den zahlreichen vor allem im Triangolo Lariano (das Gebiet zwischen den beiden Armen des Y, also den westlichen und östlichen Teilen des Sees) vorhandenen Findlingen. Beeindruckend ist in diesem zauberhaften Gebiet das Nebeneinander einer großen Vielfalt an Landschaften und Ausblicken und die faszinierende Schönheit der Ortschaften. In wenigen Kilometern kommt man aus dem Hochgebirge zum See, vom unwegsamen Alpental zum sanftesten Hügel, von Nadelwäldern zu Palmen, von schneebedeckten Skipisten zu Pflanzenoasen, in einem Überfluss an natürlichen Landschaften und einer kontinuierlichen jahreszeitbedingten Veränderung der Farben und Atmosphären.

Neben der Natur, wie gesagt, die Hand des Menschen: winzige Dörfer, charakteristische Anreihungen von Natursteinhäusern und sehenswerte Fremdenverkehrsorte; herrliche Adelsresidenzen, deren Architektur und Gärten von einer Faszination erzählen, die der Comer See seit jeher auszuüben wußte: luxuriöse, von Kunst geprägte Villen, die Geschichten und Sagen widerspiegeln, umgeben von grüner Vegetation, die überraschenderweise auch Pflanzen warmer Gegenden aufweist, wie z.B. dem Olivenbaum und vielen tropischen Gattungen, die in diesem sehr milden Klima prächtig gedeihen. In Tremezzo liegt beispielsweise die weltweit für ihren herrlichen Park mit seltenen Blumen und Pflanzen bekannte Villa Carlotta; hier blühen in der warmen Jahreszeit Kakteen, südliche Farne, Palmen, Zedern, Zitronen und Orangen. Spektakulär ist April/Mai die Blüte von Rhododendron und Azalee.

Die Geheimnisse und Wunder der zahlreichen Uferstädtchen sind unendlich. Einer der beiden Hauptorte ist Como, in einem grünen Tal am westlichen Ende des Sees gelegen. Die durch große Villen und herrliche Parks geprägte Stadt ist reich an Geschichte und Kunst, Heimat von Künstlern, Wissenschaftlern und Persönlichkeiten, von Plinius dem Älteren bis Alessandro Volta. An dem östlichen Ende des Sees liegt Lecco, dominiert von den Bergen San Martino und Resegone und vom Profil der Grigne. auf denen Bergsteigergeschichte geschrieben wurde. Es gibt aber zahlreiche weitere Orte zu besuchen: Colico, das Tor zum Valtellina am nördlichen Ende des Sees; Gravedona, das Paradies der Kamelie; Bellano, wo der Gebirgsbach Pioverna in einer engen felsigen Schlucht in den See stürzt, ein bezauberndes Schauspiel, dem man dank aufgehängter Stege zuschauen kann; Menaggio, im Sommer durch Urlaubsatmosphäre belebt und ein idealer Ort für junge Menschen, die Spaß suchen; Varenna, Knotenpunkt der Seeschifffahrt, ein moderner und lebendiger Ferienort aber auch Hüter einer mittelalterlichen Vergangenheit; Bellagio, an der Spitze des Punkts, an dem sich der See nach Como und nach Lecco teilt. An diesem durch das milde Klima verzauberten Ort scheint die Zeit stillzustehen: hier schuf der lombardische Adel zwischen dem 18. und dem 19. Jahrhundert seinen Prachtgarten, was man gut versteht, wenn man heute durch die Gassen der Ortschaft spazieren geht und die Eleganz vergangener Zeiten "einatmet" oder in die Ruhe der Parkanlagen von Villa Melzi d'Eril (das erste Beispiel eines Englischen Gartens am See) und Villa Serbelloni eintaucht.

Und weiter: Oliveto Lano mit seiner renommierten Olivenölproduktion; Ossuccio, vor der Insel Comacina gelegen, das bereits im Mittelalter als ein Meisterwerk der Militärarchitektur galt, woran alljährlich im Juni durch das grandiose Johannisfest erinnert wird; Moltrasio und Cernobbio, berühmt für ihre großen Villen, darunter Villa d'Este aus dem 16. Jahrhundert, Ende des 19. Jahrhunderts in ein Hotel umgebaut und heute ein prestigevoller Austragungsort internationaler Kongresse. Eine ungewöhnliche und sehr faszinierende Art zwischen diesen Ortschaften zu reisen ist die Bootsfahrt auf dem See ( Info: Tel. 0039031 579211), auf der man die romantischere Seite der Landschaft und einen einmaligen Blick auf die alten Villen und Gärten genießen kann und so die heute vielleicht einzige Möglichkeit hat, der Grand Tour vergangener Zeiten nahe zu kommen. Eine andere Art die Panoramas des Lario zu genießen, ist von oben mit der Standseilbahn Como-Brunate, der Seilbahn Argegno-Pigra oder für Abenteurer an Bord eines Wasserflugzeugs: in Como befindet sich die einzige europäische Flugschule an der man den Pilotenschein für diese Flugzeuge machen kann.


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Ceresio (Luganer See)

Halb italienisch, halb schweizerisch besitzt der Ceresio, oder auch Luganer See, eine gewundene Form. In einer tiefen Furche zwischen den Bergen hinter Varese zieht er auf der Höhe von Porto Ceresio einen Bogen und verläuft nach Norden; sein südlicher Ausläufer streckt sich um den Monte San Giorgio.
Bei Lugano öffnet er sich in einen kleinen Golf, um dann in östliche Richtung zu verlaufen, wo er in einem Fjord mit bewaldeten Abhängen schließt. Es dominiert das dunkle Grün der Kastanien und anderer Laubbäume, die an zahlreichen Stellen die gleiche Farbe des Wassers haben, in dem sich die dichten Wälder spiegeln. Häufiger die Staatsgrenze durchziehend, können verschiedene Ortschaften an dem italienischen Ufer mit aus Lugano abfahrenden Booten besucht werden ( Info: Tel. 0041 91 9715223). Der See war in vergangenen Jahrhunderten Schauplatz von endlosem Reichtum und erbärmlicher Armut, dekadentem  Luxus und Schmuggel. elitärem Tourismus und Schweiß in den Seidenfabriken. Auf diese Art wird diese "piccolo mondo antico' (kleine alte Welt) mit ihrem Schmerz und ihren Freuden in dem gleichnamigen Roman von Antonio Fogazzaro (1842-1911) geschildert. Der größte Ort auf italienischer Seite ist Porlezza, eine liebliche und einladende für den Fremdenverkehr gut ausgestattete Ortschaft. Dahinter öffnet sich das Valsolda mit an Ausblicken reichen Wanderwegen, die von der mittelalterlichen Siedlung San Mamete oder von Oria zu den kleinen, in die Stille der Wälder eingetauchten und den See überschauenden Dörfern hinauf führen. Nahe Cressogno ist die Kirche aus dem 17. Jahrhundert des Wallfahrtsorts Nostra Signora della Caravina einen Besuch wert. Die Gastronomie dieser Gegend beruht, ähnlich dem Comer See, auf Ursprünglichkeit und Einfachheit, also dem Besten, was Berg und See zu bieten haben. Früher wie heute werden auf den Alpweiden Butter, Ricotta und eine Vielfalt an Käse und Wurst hergestellt, während in den Uferstädtchen Fisch auf unterschiedlichste Arten zubereitet wird.

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Die Seen der Brianza

Südlich des Lario zwischen Como und Lecco liegt die Brianza, ein früher bei der Aristokratie und dem Geldadel aus Mailand beliebtes Feriengebiet, das in den letzten Jahrzehnten vor allem eine starke industrielle Entwicklung verzeichnet hat. Wer aber die Seenlandschaft liebt, dem bietet dieses Gebiet eine Reihe kleiner Schmuckstücke auf einer weniger als 40 Kilometer messenden Strecke: die Seen von Montorfano, nahe Como; von Alserio und von Pusiano, beide nahe dem schönen Städtchen Erba, sowie die Seen von Segrino, und Annone und, in Richtung Lecco, von Garlate und Olginate, die faszinierende Aussichtspunkte bieten.

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Lago di Varese

Dieser in der nordwestlichen Lombardei, zwischen dem Lago Maggiore und dem Luganer See gelegene liebliche Voralpensee trägt den Namen der Stadt Varese, die jedoch nicht direkt an seinem Ufer liegt. Dies nimmt den Einwohnern von Varese jedoch nicht den Stolz auf ihren See, der von den Höhen des Sacro Monte mit Kunstwerken aus vor allem dem 17. und 18. Jahrhundert ( 14 Kapellen und eine Kirche mit Statuen und Fresken) und dem Aussichtspunkt Campo dei Fiori (1226 m) dominiert wird.
Das Wasser und das umliegende Gebiet waren die Wiege einer neolithischen Zivilisation, deren Zeugnisse in Form von Resten eines Pfahldorfs und zahlreichen Fundstücken in den Museen in Varese zu finden sind. Unter den Ortschaften seien insbesondere Gavirate, am nördlichen Ende, und Biandronno mit der kleinen Insel Virginia, erwähnt, auf der sich einer der wichtigsten Ausgrabunksorte der Gegend befindet.

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Anreise

In der Lombardei stehen drei Flughäfen für die Anreise zu den Seen zur Auswahl: MalPensa, Linate und Orio al Serio, letzterer nahe
Bergamo. Die Straßenverbindung ist durch die beiden Autobahnen AB (Mailand-Varese) und die A 9 (Lainate-Chiasso, von Mailand Richtung Como, weiter durch die Schweiz bis Lugano) gewährleistet Eine gut ausgebaute Bundesstraße verbinaet Mailand mit Lecco. Bequem ist auch die Zugverbindung von Mailand nach Varese, Como und Lecco